Suizid in JVA Dinslaken

Emmi, die seit November 2025 in der JVA Dinslaken inhaftiert ist, berichtete uns beim Besuch, dass eine Mitgefangene sich am 12. Mai 2026 das Leben genommen habe. Sie sei erst seit kurzem in der JVA Dinslaken inhaftiert gewesen.

Die NRZ berichtete, dass es sich um eine 86-jährige Frau handele, die versucht haben soll, ihren Ehemann zu töten. Sie sei erst einen Tag zuvor, am 11. Mai, in der JVA inhaftiert worden.

Suizide von Mitgefangenen sind, so auch Emmis Eindruck, für alle Gefangenen belastende Situationen. Es kommt Alarm, die Gefangenen werden für Stunden eingeschlossen, es gibt Unsicherheit und Unruhe, man grübelt darüber nach, wie ein anderer Mensch sich an diesem selben kleinen Ort das Leben genommen hat.

Immer wieder kommen Menschen auf verschiedene Art und Weise in Gewahrsam des Staats zu Tode – sei es durch Misshandlung durch Beamte oder durch Suizid. Die Dokumentation Death in Custody zählt über 400 Todesfälle in staatlichem Gewahrsam seit 1990. Diese hohe Zahl ist der krasseste Ausdruck der staatlichen Gewalt gegen die Gefangenen und anderen Menschen.

Wir möchten deutlich sagen, dass ein Suizid im Knast niemals eine freie Entscheidung, ein sogenannter Freitod sein kann. Die Toten sind Folge der staatlichen Gewalt und der sozialen Isolation und gehen damit auf die Rechnung des Knastsystems, auch wenn kein Schließer selbst Hand anlegte.

Gefangenen-Unterstützer*innen von BASC, Mai 2026

Quellen:

https://doku.deathincustody.info/de/

https://www.nrz.de/lokales/dinslaken-huenxe-voerde/article411982087/todesfall-in-jva-dinslaken-seniorin-war-wegen-verdacht-auf-mordversuch-in-u-haft.html

https://www.nrz.de/lokales/dinslaken-huenxe-voerde/article412038861/tote-86-jaehrige-in-jva-dinslaken-sie-soll-versucht-haben-ihren-mann-zu-toeten.html